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Eva Oertli erhält Glarner Kulturpreis 2021

Die Steinbildhauerin Eva Oertli wird mit dem Glarner Kulturpreis 2021 ausgezeichnet. Mit dem Preis wird ein Werk gewürdigt, das sich seit Jahrzehnten weiterentwickelt hat.


Eva Oertli, bekannt durch Werke wie die «Rote Drei» am Zaunplatz oder die «Caring hand» am Südende des Volksgartens | Bild: zvg


Der mit 20'000 Franken dotierte Glarner Kulturpreis wird jedes zweite Jahr verliehen. Auf Antrag der kantonalen Kulturkommission vergibt der Regierungsrat die Auszeichnung 2021 an die Ennendaner Steinbildhauerin Eva Oertli. Einige ältere Arbeiten wie die «Caring hand» am Südende des Volksgartens oder die «Rote Drei» am Zaunplatz in Glarus sind auf den Sozialen Medien um die Welt gegangen.

In seiner Begründung führt der Regierungsrat aus: «Mit Standfestigkeit und Beharrlichkeit geht Eva Oertli ihren Weg als Steinbildhauerin. Sie bleibt ihren künstlerischen Arbeiten seit Jahrzenten treu und hat diese unbeirrt in ihrer eigenen Art stetig weiterentwickelt.»

Lange Tradition


Bereits in der vierten Generation übt Eva Oertli ihr Handwerk aus: Schon ihr Urgrossvater, Grossvater und Vater haben in derselben Werkstatt an der Villastrasse in Ennenda Steine gehauen. Staub und Lärm begleiten Eva Oertli durch den Tag, nebst stillen Momenten im Atelier, wo sie sich fragilen Lehmarbeiten widmet. Parallel zu den Arbeiten in Stein entstehen immer wieder Skulpturen und Objekte aus anderen Materialien wie Alabaster, Beton oder Keramik. Diese handwerklich feinen Arbeiten werden im betriebseigenen Brennofen bei hohen Temperaturen gebrannt. Viele der Skulpturen gehören zu Werkserien, die zum Teil über Jahre entstehen. Wie die Objekte aus Alabaster, die durch ihre Lichtdurchlässigkeit an durchblutete Hautoberflächen erinnern. Ein Beispiel ist die Serie «tell me lies, tell me sweet little lies» von 2019. In dieser Arbeit geht es um das Thema Scham, das Erröten aus Verlegenheit, Unverständnis oder Wut.

Zeitzeugen vergangener Epochen


Andere Arbeiten sind von Meereswesen inspiriert und scheinen Elemente zu verbinden. So arbeitet Oertli mit vergänglich wirkenden Formen, welche durch die Wahl des Steinmaterials eine Ewigkeit überdauern können. Das Triptychon «Schwebekörper» 2020 aus Schiefer weckt mit seiner feinen Struktur Assoziationen zu versteinerten Organismen, die auch in den ehemaligen Schiefersteinbrüchen im Glarnerland gefunden worden sind.


Immer wieder stösst Eva Oertli in neue Kunstfelder vor und verwendet neue Materialien und neue Konzepte, wie hier bei der Installation «tell me lies, tell me sweet little lies…» | Foto: Ruedi Kuchen



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